Abstinenznachweis Alkohol - was fordert die MPU?

Ist ein Abstinenznachweis für die MPU erforderlich, wird zwischen zwei Formen von Alkoholkonsum unterschieden:

1. Alkoholabhängigkeit (klinische Diagnose, Alkoholentwöhnungstherapie)
2. fortgeschrittene Alkoholproblematik (wiederholte, schwerwiegende Auffälligkeiten oder keine Kontrolle)

Die Dauer der Abstinenz kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. In der Regel wird für eine MPU ein Abstinenznachweis über eine Dauer von einem Jahr verlangt. In Ausnahmen kann der Zeitraum aber auch nur 6 Monate oder über eine Jahr hinaus betragen. Daher sollten Sie sich rechtzeitig um einen Abstinenznachweis bemühen!

1. Alkoholabhängigkeit!

Wann besteht eine Alkoholabhängigkeit?

Die Bundesanstalt für Straßenverkehr (BASt) schreibt hierzu sinngemäß: „ Die Gutachter müssen von einer Alkoholabhängigkeit ausgehen, wenn durch suchttherapeutische Einrichtungen die klinische Diagnose Abhängigkeit gestellt wurde oder wenn bereits eine Alkoholentwöhnungstherapie oder eine vergleichbare (in der Regle suchttherapeutisch unterstützte Maßnahme (stationär oder ambulant) durchgeführt wurde...“

Welche Anforderungen gelten für einen Abstinenznachweis bei Abhängigkeit?

•    Nach Abschluss einer stationären / ambulanten Entwöhnung ist ein Abstinenznachweis über einen Zeitraum von einem Jahr zu erbringen. Hiermit soll die Person zeigen, dass es ihr auch nach Beendigung der Therapie noch möglich ist in Ihrem Alltag auch weiterhin abstinent zu leben.
•    Bei längerer Abstinenz vor einer suchttherapeutischen Maßnahme. Anschließend noch mindestens 6 Monate Abstinenz. Die Gesamtdauer der Abstinenz (inkl. Therapiephase) ist auch hier länger als 1 Jahr.
•    Entscheiden Sie sich für eine ambulante Langzeitmaßnahme, so ist der nachzuweisende Zeitraum der Abstinenz (EtG) inklusive ambulanter Therapie nennenswert länger als 1 Jahr anzusetzen.
•    Auch wer trotz Abhängigkeitsdiagnose keine Therapie durchgeführt hat – für den gilt, die Abstinenz muss über einen Zeitraum nennenswert länger als 1 Jahr nachgewiesen werden. Hierbei handelt es sich allerdings   um begründete Ausnahmefälle in denen von den Regelanforderungen abgewichen werden kann.


2. Fortgeschrittene Alkoholproblematik

Wann liegt eine fortgeschrittene Alkoholproblematik vor?

Die BASt schreibt hierzu sinngemäß: „...wenn Ihr früheres Alkoholtrinkverhalten wiederholt und deutlisch nachteilige konsequenzen für Sie hatte oder Sie nicht zuverlässig zu einem kontrollierten Alkoholkonsum in der Lage sind...z.B. wenn Sie auch nach schweren konflikten unter Alkohol Ihren Konsum nicht reduziert haben ..nach bestandener MPU wieder mit Alkohol aufgefallen sind.“

Welche Anforderungen gelten für einen Abstinenznachweis bei fortgeschrittener Alkoholproblematik?

•    Sie sollten nach Möglichkeit 1 Jahr abstinent sein.
•    Ein Zeitraum von 6 Monaten ist in manchen Fällen auch möglich. Allerdings wird eine Abstinenz von unter 12 Monaten als kritisch angesehen, da die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Konsumveränderung erst nach mindestens einem Jahr Abstinenz als realistisch anzusehen ist. Kürzer gewählte Zeiträume erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls deutlich.
•    Die Abstinenz soll durch Laborbefunde (EtG) belegt werden. Hierzu werden in gewissen unregelmäßigen Abständen, meist mit sehr kurzfristiger Ankündigung (48h), Urin oder Haarproben von abgegeben.

Für die MPU empfiehlt sich immer einen Abstinenznachweis über einen Zeitraum von einem Jahr zu wählen. Dies erleichtert insbesondere dem Psychologen im Zusammenhang mit den anderen Faktoren wie Trinkverhalten, Trinkanlässe, Verhaltens- bzw. Konsumveränderung sowie der Einschätzung der Fahreignung eine positive Prognose zu stellen.

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